LINZ AG

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Geschichte der LINZ AG

Die LINZ AG, die heute verschiedensten Bereiche der Daseinsvorsorge unter einem Dach vereint, gab es in der zweiten Hälfte des 19. Jh. noch lange nicht. Die einzelnen Bereiche der städtischen Infrastruktur entwickelten sich, über Jahrzehnte hinweg, ganz unterschiedlich und oft gab es vielerlei Widerstände. Manche wurden von privaten Unternehmern aufgebaut, andere wiederum lagen von Anfang an in der Verantwortung der Stadt, die von sich aus die das kommunale Leistungsangebot immer mehr erweiterte. Damals wurde jedenfalls der Grundstein für jene Lebensqualität und Versorgungssicherheit gelegt, die die Menschen heute genießen - in Linz und über 100 Umlandgemeinden.

Ein Mitarbeiter des städtischen Gaswerks beim Messen der Gasuhren im Jahr 1929. (Bildquelle: AStL)
Ein Mitarbeiter des städtischen Gaswerks beim Messen der Gasuhren im Jahr 1929. (Bildquelle: AStL)

150 Jahre Erdgas

Während heute ein Gasanschluss die Augen von Hobbyköchen und -köchinnen zum Leuchten bringt, erhellte im 19. Jh. das so genannte Leuchtgas die Straßen, Gassen und Plätze der Städte. So auch in Linz. 1971 erfolgte schließlich die Umstellung vom Stadtgas zum Erdgas, was ein Meilenstein auf dem Weg zum regionalen Gasversorger ist. Mit der Energie aus den Fernleitungen ließ der erste Schritt über die Gemeindegrenzen hinweg nicht mehr lange auf sich warten.

Die Regionalkläranlage Asten geht 1979 als modernste Kläranlage des Landes in Betrieb. (Bildquelle: AStL)
Die Regionalkläranlage Asten geht 1979 als modernste Kläranlage des Landes in Betrieb. (Bildquelle: AStL)

133 Jahre Abwasser

Man spricht nicht umsonst vom Wasserkreislauf - Wasser fließt zu, die Menschen nutzen es und dann muss es auch wieder irgendwohin abfließen.In der zweiten Hälfte des 19. Jh. beschleunigten die Fortschritte und Erkenntnisse der damaligen Wissenschafter die Entwicklung der Städtehygiene. Den Anfang macht in Linz der Bau der Kanalisation. Die Regionalkläranlage Asten nahm 1979 ihren Betrieb auf - als eine der modernsten Kläranlagen des Landes.

Spermüllentsorgung im Jahr 1974
Spermüllentsorgung im Jahr 1974

126 Jahre Abfall

Die Menschen in Linz hatten lange Zeit andere Sorgen als ihren Abfall, der sich zu dieser Zeit noch in Maßen hielt. Mit der Zeit aber wurden die Menschen mehr - und auch die Dinge, die sie nicht mehr brauchten. Die Zeit war reif für eine geordnete Kehrichtabfuhr. Diese verbesserte die hygienischen Verhältnisse zusehends, die Mistgruben innerhalb der Stadt werden weniger. Seit den 1970ern und -80ern sieht sich Linz mit massiv steigenden Abfallmengen konfrontiert. Die Stadt reagiert darauf mit einem eigenen Abfallwirtschaftskonzept.

Das Wasserwerk Scharlinz geht 1893 in Betrieb.  (Bildquelle: AStL)
Das Wasserwerk Scharlinz geht 1893 in Betrieb.  (Bildquelle: AStL)

117 Jahre Wasser

Wasser ist Leben und besonders sauberes Trinkwasser. Was heute selbstverständlich ist, war nicht immer so: Bis die ersten Wasserwerke das kostbare Nass in großen Mengen aus dem Boden pumpte, verging viel Zeit. Im Gegensatz zur Kanalisierung erwieß sich der Aufbau der öffentlichen Wasserversorgung als schwierig. Erst durch den Bau des Wasserwerk Scharlinz (1893) konnten große Gebiete von Linz mit frischem Trinkwasser versorgt werden. Im 20. Jh. erfuhr Linz zahlreiche Wachstumsschübe und mit ihr auch die Wasserversorgung - bis über die Stadtgrenzen hinaus.

Dampfbetriebe Schleppschiffe im Winterhafen (Bildquelle: AStL)
Dampfbetriebe Schleppschiffe im Winterhafen (Bildquelle: AStL)

114 Jahr Hafen

Es heißt nicht umsonst "Linz an der Donau". Schon seit jeher war die Donau eine zentrale Lebensader für die Stadt und bedeutende West-Ost-Verbindung. Aus diesem Grund wurde Ende des 19. Jh. mit der Errichtung eines Umschlagplatzes an der Donaulände diese lange Tradition fortgesetzt. Lagerhäuser, Krananlagen und sogar ein eigener Gleisanschluss wurden errichtet. Mit dem Bau des werkseigenen voestalpine-Hafen schuf sich der Linzer Hafen ein neues Profil - als Verkehrs- und Dienstleistungszentrum für den gesamten oberösterreichischen Zentralraum.

Elektrizität hält in immer mehr Haushalten Einzug. (1930)
Elektrizität hält in immer mehr Haushalten Einzug. (1930)

111 Jahre Elektrizität

Während unser Leben ohne Strom heute undenkbar wäre, dachte in der zweiten Hälfte des 19. Jh. in Linz wohl niemand daran. Die Tramway zogen damals noch Pferde durch die Stadt, was sich mit der Inbetriebnahme der Licht- und Kraftzentrale jedoch stromschlagartig ändern sollte. Vorerst wurde der produzierte Strom vor allem als Antrieb für die Tramway benötigt, mit den Jahren jedoch, wuchs der Strombedarf rapide und es wurden zusätzliche Dampfturbinen im E-Werk installiert. Die zweite Hälfte des 20. Jh. war geprägt vom ständigen Ausbau der Stromversorgung. Mit dem modernen Kraftwerkspark von heute hat die einstige Licht- und Kraftzentrale würdige Nachfolger in der Energieerzeugung bekommen.

Von 1880 bis 1897 ziehen Pferde die Tramway durch Linz.
Von 1880 bis 1897 ziehen Pferde die Tramway durch Linz.

111 Jahre Linien

Heute wollen in Linz alle immer möglichst schnell von A nach B kommen. Gegen Ende des 19. Jh. war die Stadt noch beschaulicher. Und trotzdem kam damals einiges in Bewegung: Die Tramway wurde mit einem Mal nicht mehr von Pferden, sondern von elektrischem Strom angetrieben. Die erste elektrische Tramway fuhr mit 18 km/h durch die innere Stadt, unter großem öffentlichen Staunen. Dann bekam die Linzer Tramway Verstärkung - 1928 ging die erste Autobus- und 1944 die erste Obuslinie in Betrieb, als wichtige "Zubringer" zu den Straßenbahnen. Durch die Pöstlingbergbahn und die Grottenbahn bekam Linz an der Wende vom 19. zum 20. Jh. zwei neue Sehenswürdigkeiten, die bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben.

Der Friedhof am Pöstlingberg auch bekannt als Bergfriedhof.
Der Friedhof am Pöstlingberg auch bekannt als Bergfriedhof.

85 Jahre Bestattung und Friedhöfe

Der Tod gehört zum Leben dazu. Oder anders gesagt: Damit das öffentliche Leben in einer Stadt wie Linz funktioniert, muss auch das Sterben in geregelten Bahnen verlaufen. In den 1920ern nahm sich die Stadt der Thematik der Bestattung und auch der Friedhöfe an. Vorerst wurde das Bestattungsgewerbe im Rahmen des Wirtschaftshofs ausgeübt. 1949 erwarb die Stadt das Bestattungsunternehmen Weber in Kleinmünchen. Der erste städtische Friedhof öffnete 1945 seine Tore. Heute gibt es in Linz neben den kirchlichen auch vier kommunale Friedhöfe.

Schwimmunterricht im Biesenfeld. (Bildquelle: AStL)
Schwimmunterricht im Biesenfeld. (Bildquelle: AStL)

79 Jahre Bäder

Schon seit jeher zog es die Menschen zum Wasser und sie ließen sich an Flüssen nieder, gründeten dort Siedlungen und irgendwann auch erste Badeplätze. So auch in Linz: Die Freibadekultur, so wie wir sie kennen entwickelte sich um 1800. Während heute die Menschen oft aus reinem Vergnügen ins Wasser springen, standen früher eher die Körperhygiene und Gesundheit im Vordergrund. 1930 war es dann soweit, die Linzer Bevölkerung erhielt nicht nur die erste Schwimmhalle Oberösterreichs, sondern auch eine dazugehörige Dampfkammer und ein Brause- und Wannenbad. In den 1950ern war das Parkbad noch allein auf weiter Freizeitflur. Es folgten jedoch Kinderbäder, Badeseen, Eislaufplätze und Bezirksbäder.

Das FHKW Linz-Süd wirft 1993 seine Gas- und Dampfturbinen an.
Das FHKW Linz-Süd wirft 1993 seine Gas- und Dampfturbinen an.

38 Jahre Fernwärme

"Linz muss die sauberste Industriestadt Österreichs werden!" Das sagte Hugo Schanovsky im Jahre 1985. Gedacht habe dies aber auch schon andere, wie vor allem die Menschen, die sich Ende der 60er Jahre in Linz für Fernwärme stark machten. Trotz vieler Widerstände beginnt man 1969 mit dem Bau des FHKW Linz-Mitte, schon 1970 ging es in Betrieb und versorgte die Stadt mit Fernwärme und zugleich mit Strom aus eigener Erzeugung. Mit dem Einsatz von vorisolierten Rohren Mitte der 1980er kam der Fernwärmeausbau um 50 % günstiger und dadurch so richtig in Schwung. 1993 geht schließlich das Fernheizkraftwerk Linz-Süd ans Netz.